Unstruttalbruecke_gross
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Referenzobjekt

Unstruttalbrücke Filigrane Ästhetik und höchste Ingenieurbaukunst

In einem eleganten Bogen verbindet die 2,7 Kilometer lange Brücke über das Unstruttal in einer Höhe von bis zu 49 Metern den Bibratunnel und den Osterbergtunnel.

Im Februar 2008 begann die ARGE Unstruttalbrücke, bestehend aus der Alpine Bau Deutschland AG und der Berger Bau GmbH, mit dem Bau der Brücke. Ausgeführt wurde die Brücke als semiintegrales Bauwerk.
Das heißt, nur an den beiden Widerlagern ist die Brücke herkömmlich gelagert. Alle Pfeiler und Bögen sind hingegen monolithisch mit dem Überbau verbunden. Dadurch war es möglich, die Pfeiler schlanker zu gestalten.
Insgesamt 41 Pfeiler und Einzelspannweiten von 58 Metern verleihen der Brücke ihr filigranes Aussehen. Vier dazwischen angeordnete Bögen in Form eines umgedrehten V mit einer Spannweite von 108 Metern stabilisieren die Brücke in Längs- und Querrichtung. Alle 580 Meter steht ein Trennpfeiler, der über eine etwa 40 Zentimeter breite Bauwerksfuge die Brücke trennt. So werden die Längsausdehnungen der Brücke aufgenommen, die durch Temperaturschwankungen immerhin bis zu 75 Zentimeter betragen können.

Hohe Anforderungen

Schon die Gründung der Brücke war eine Herausforderung. Die Fundamente für die Widerlager, Pfeiler und Bögen ruhen auf Großbohrpfählen aus Beton, die in bis zu 40 Meter Tiefe reichen. Allein für die Gründung der acht Bogenfundamente waren jeweils 21 Bohrpfähle mit einem Durchmesser von 1,8 Metern erforderlich.
Hier - wie im gesamten Bauwerk - kamen Zemente des Zementwerkes Karsdorf zum Einsatz, welches heute zur OPTERRA GmbH gehört. 

Speziell für die Bohrpfähle und Fundamente lieferte Karsdorf einen CEM III/B 32,5 N-LH/SR/NA.
Für die Herstellung der sichtbaren Betonteile hatte der Auftraggeber einen Sichtbeton mit hellem, möglichst gleichmäßigem Farbton gefordert.
Die Pfeiler wurden mit einer Kletterschalung in fünf Meter Abschnitten betoniert.
Die Bögen wurden ebenfalls in einzelnen, sechs Meter langen Betonierabschnitten hergestellt. Als Zement verwendete man für Pfeiler und Bögen den CEM III/A 42,5 N. Auf Grund der großen Spannweite der Brücke wurde der Überbau als Spannbetonhohlkasten hergestellt. Allein die dafür erforderliche Vorschubrüstung hatte eine Länge von 128 Metern. Zum Betonieren des Überbaus kam ein CEM I 42,5 R zum Einsatz. Insgesamt wurden rund 220.000 Kubikmeter Beton für Pfeiler, Bogen und Überbau verbaut.

Im Sommer 2012 fertiggestellt, wurde die Brücke 2015 mit der Neubaustrecke Erfurt-Leipzig/Halle in Betrieb genommen.
Ende 2017 schließlich, wenn die gesamte Strecke Berlin-München fertig sein soll, braucht man für die knapp 600 Kilometer mit dem Zug nicht mehr sechs, sondern nur noch vier Stunden.

Weitere Informationen

Auftraggeber:

DB Netz AG

Projektmanagement:

DB ProjektBau GmbH

Bauausführung:

Alpine Bau Deutschland AG in Arge mit Berger Bau GmbH

Betonlieferant:

Dyckerhoff Beton GmbH & Co. KG in Liefergemeinschaft mit FBA Fertigbeton Anhalt GmbH & Co.KG

Zement:

Zementwerk Karsdorf

Bohrpfähle, Fundamente:

  • CEM III/B 32,5 N-LH/HS/NA 


Pfeiler, Bögen:

  • CEM III/A 42,5 N 


Überbau:

  • CEM I 42,5 R