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Referenzobjekt

Kreisverkehr - Nachhaltig wirtschaftlicher mit Beton

Besserer Verkehrsfluss, mehr Sicherheit, guter Überblick: eigentlich spricht Vieles für Kreisverkehre statt herkömmmlicher Kreuzungen. Noch mehr spricht für Beton als Fahrbahnbelag. Denn der ist langlebiger, beständiger und wartungsärmer.

Wer kennt das nicht: Man fährt mit dem Auto an eine Kreuzung. Die Ampel steht auf Rot, weit und breit ist kein weiteres Fahrzeug zu sehen. Eigentlich könnte man fahren. Aber das Rotsignal zwingt zum Warten. Wäre hier anstelle einer Ampelkreuzung ein Kreisverkehr, gäbe es dieses Problem nicht.  

Was noch für den Kreisverkehr spricht, ist die deutlich größere Verkehrssicherheit. Sie resultiert aus den niedrigeren Geschwindigkeiten der durchfahrenden Fahrzeuge sowie der besseren Übersichtlichkeit. Auch in Deutschland setzt man deshalb wieder auf Kreisverkehre. Da könnte man von den darin deutlich erfahreneren europäischen Nachbarn gleich noch etwas lernen: Beton als Baustoff für den Fahrbahnbelag. Bislang wird er traditionell aus Asphalt gefertigt. Dabei ginge es mit Beton besser, denn er ist langlebiger, beständiger und wartungsärmer. In der Schweiz werden Betonkreisverkehre mit einer Nutzungsdauer von 40 bis 50 Jahren gerechnet, bevor es zum Austausch des Fahrbahnbelages kommt. Bei uns dauert es gerade einmal 10 Jahre, dann muss der Asphalt erneuert werden. So bleibt ein Kreisverkehr in Betonbauweise, wie er im sächsischen Liebenau ausgeführt wurde, bisher noch die Ausnahme.  

In der Ortslage Liebenau galt es, die S174n als Autobahnzubringer zur A 17 auszubauen. Die Baumaßnahme des Freistaates Sachsen, durchgeführt von der DEGES Berlin, sah einen Verkehrsknotenpunkt in Kreisform zunächst wie gewohnt mit einer Fahrbahn aus Asphalt vor. Jedoch konnte Mirko Rothmann von der BETAM Infrastructure GmbH, Kesselsdorf, als Auftragnehmer die Projektverantwortlichen überzeugen, die Fahrbahn des neuen Kreisels in Betonbauweise zu erstellen.  

Den Untergrund des neuen Kreisels bildet eine hydraulisch gebundene Tragschicht in 15 cm Dicke. Die mit Beton ausgeführte Fahrbahn erforderte eine Segmentierung in einzelne Abschnitte. Zur optimalen Last- und Schubkraftübertragung verdübelte man die einzelnen, bewehrt ausgeführten, Platten untereinander und ordnete die Querfugen radial an. Nach Fertigung des Innenkreises folgte das Betonieren der Fahrbahnsegmente.  

Mittels Fahrmischer lieferte das Dippon Betonwerk GmbH, Altenberg, den mit einem CEM I 42,5 N (st) des Zementwerkes OPTERRA Karsdorf hergestellten Beton in der vorgegebenen Konsistenz F 2 an. Nach dem Verdichten zogen die Straßenbauer den Beton mit einer Rüttelbohle höhengerecht ab. Der anschließende Besenstrich machte die Frischbetonoberfläche griffiger. Der Anfang November 2014 für den Verkehr freigegebene Kreisel in Liebenau ist damit in den ostdeutschen Bundesländern zwar erst der zweite Kreisverkehr mit einem Fahrbahnbelag aus Beton. Aber ganz sicher nicht der Letzte.  

1 ZTV Beton-Stb 07 – Zusätzliche technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für den Bau von Tragschichten mit hydraulischen Bindemitteln und Fahrbahndecken aus Beton.

Weitere Informationen

Auftraggeber:

Bundesrepublik Deutschland

Projektdurchführung:


DEGES GmbH, Berlin

Bauausführung:

BETAM Infrastructure GmbH, Kesselsdorf

Betonherstellung:

Dippon Betonwerke GmbH, Altenberg

Betonsorte:

  • XC4;XD3;XF4;XA2;XM2 C30/37 F2 KG 22 

Betonmenge: 

  • 177 m3 

Zement:

  • CEM I 42,5 N (st) vom OPTERRA Werk Karsdorf