Opterra-Beton-Referenz-WittenbergHbf201706_014
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Referenzobjekt

Grüner Bahnhof Lutherstadt Wittenberg - Öko auf ganzer Schiene

Bahnfahren ist ziemlich umweltfreundlich. Eine Untersuchung aus den USA berücksichtigt neben der reinen Bahnfahrt auch den energetischen Aufwand für die Herstellung der Züge, Bahnstrecken und Bahnhöfe. Offensichtlich hat sich die Deutsche Bahn AG auch mit dieser Betrachtungsweise auseinandergesetzt. Seit Frühsommer 2014 gibt es den ersten CO2-neutralen Bahnhof im nordrhein-westfälischen Kerpen-Horrem. Passend zum Reformationsjubiläum 2017 wurde im Dezember 2016 dann der klimafreundlichste Bahnhof Deutschlands in der Lutherstadt Wittenberg eröffnet.
 

CO2-neutraler Bahnhof


Dahinter steckt das Baukonzept „Grüner Bahnhof“: Ein begrüntes Flachdach entsiegelt Flächen und verbessert das Mikroklima. Gleichzeitig wird Regenwasser gesammelt und für die Wasserversorgung der Toiletten wiederverwendet. Photovoltaik-Module auf dem Dach versorgen das Gebäude CO₂-frei mit Strom. Heizen und Kühlen übernimmt die eigene Geothermie-Anlage des Grünen Bahnhofs. LED-Leuchten und ein hoher Tageslichtanteil sorgen für lichtdurchflutete Räume. Ein zentraler, offener Wartebereich mit WLAN-Hotspot, bequemen Sitzmöbeln und Lademöglichkeiten für Elektrogeräte ermöglicht den Reisenden einen angenehmen Aufenthalt.

Modular denken, digital planen, regional anpassen


Das DB-eigene Architekturbüro I.SBO der DB Station&Service AG unter der Leitung von Heiner Hühnerbein hat das Baukonzept des Grünen Bahnhofs entwickelt. Materialien und Baustoffe stammen überwiegend aus der Region – im Sinne kurzer, energiesparender Wege und Stärkung des Handwerks vor Ort. Zudem planten die Verantwortlichen das neue Empfangsgebäude in Lutherstadt Wittenberg mit „Building Information Modelling“ (BIM).

Klassische Bauweise


Auf einer Bruttogrundfläche von 658 m2 bietet der neue Hallen- und Wartebereich 24 Sitzplätze. Die Fassaden des neuen Bahnhofgebäudes bestehen zu 57 Prozent aus verglasten Flächen, die übrigen 43 Prozent aus Klinkermauerwerk. Auf dem Flachdach wurden insgesamt 230 m2 extensiv begrünt, auf weiteren 120 m2 installierte man eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 20.500 kWh pro Jahr. Die kalkulierte Leistung der eigenen Geothermieanlage liegt für das Heizen bei 35 kW und für die Kühlung bei 18 kW. Über die Photovoltaikanlage und die Geothermieanlage wird der errechnete Jahresendenergiebedarf des Grünen Bahnhofs abgedeckt. Berücksichtigt wurde der reine Betrieb der Bahnhofsfunktionen ohne den Energiebedarf der Mieter.

Gut gegründet


Für die Gründung und den Stahlbetonanteil der Tragkonstruktion lieferte die Fenger-Beton und Kies GmbH & Co. KG aus dem Werk Pratau nahe der Lutherstadt Wittenberg rund 600 m3 Transportbeton. Zur Herstellung des Betons kam ein CEM II/B-S 42,5 N der OPTERRA Zement GmbH, Werk Karsdorf, zum Einsatz. Für diesen Zement liegen entsprechende Umweltproduktdeklarationen (EPD) zur Herstellung von Betonen der Festigkeitsklassen C25/30 und C30/37 vor. Die Lieferung des Transportbetons erfolgte in enger Abstimmung mit dem Generalunternehmer gemäß Bauablauf. Zur Sicherstellung der Qualität erfolgten regelmäßige werkseitige Kontrollen.

Weitere Informationen

Auftraggeber:


Deutsche Bahn AG

Konzept und Ausführung:


Architekturbüro I.SBO der DB Station&Service AG

Beton: 


Fenger-Beton und Kies GmbH & Co. KG

Betonsorte:


Betone der Festigkeitsklassen C25/30 und C30/37

Zement:


OPTERRA Zement GmbH, Werk Karsdorf