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Referenzobjekt

Die Natur immer im Blick - Erstes Schlauchwehr im Spreewald

Nur knapp eine Autostunde von Berlin entfernt befindet sich mit dem Spreewald eine in Mitteleuropa einzigartige Landschaft. Durch Kultivierung entstand im Laufe der Jahrhunderte ein Mosaik aus kleinen Wiesen, Äckern, Wäldern und dem rund 1575 km langen Geflecht der Fließe. 1990 wurde der Spreewald zum Biosphärenreservat erklärt, um diese Landschaft zu schützen und zu bewahren. 1991 erhielt es den UNESCO-Status.

Zukunftsfähige Wasserwirtschaft


Um diese einmalige Niederungslandschaft zu schützen, ist vor allem die Wasserbewirtschaftung gefragt. Zwei regionale Wasser- und Bodenverbände sorgen im Spreewald für eine zukunftsfähige Wasserwirtschaft. „Zu den Aufgaben der Verbände zählen neben der Gewässerunterhaltung und –pflege auch der Bau und die Unterhaltung von Anlagen in und an Gewässern wie Schleusen, Wehre, Durchlässe, Schächte, Düker, usw.“, erläutert Ingolf Burisch vom Wasser- und Bodenverband „Oberland Calau“ mit Sitz in Vetschau. Sein Verband ist Bauherr des ersten Schlauchwehres im Spreewald. „Im Rahmen der regelmäßigen Bauwerksinspektion wurden starke Schädigungen des Bauwerkkörpers und der Ausrüstungsteile festgestellt“, schildert Ingolf Burisch den Ablauf. „Und so stand das vorhandene Wehrbauwerk aus den 1970er Jahren mit drei sechs Meter breiten Wehrfeldern und Doppelschützen zur Erneuerung an.“ Aufgrund der Lage und der Funktion und nicht zuletzt der Investitionssumme entschied man sich ein Schlauchwehr mit zwei Wehrfeldern mit jeweils neun Metern Breite in zwei Bauabschnitten zu errichten.

Zusätzliche Regelungen

Gemäß den aktuellen Vorgaben sind im Spreewald Ersatzneubauten von Wehren immer mit Fischaufstiegsanlagen zu erstellen. Daraus ergab sich für den Ersatzneubau Wehr III „Halko“ eine über die gesamte Strombreite verlaufende Wehrplatte mit drei Wehrpfeilern und einer links angeordneten Fischaufstiegsanlage in Schlitzpassbauweise. Wehrplatte, -pfeiler und Fischaufstiegsanlage wurden komplett aus Beton gefertigt. Für diese Baumaßnahme gelten neben den normativen Vorgaben zudem die Regelungen der ZTV-W LB 215. Gemeinsam mit dem Frischbetonlieferanten Kann Beton Lausitz GmbH konnte der notwendige Beton in geforderter Qualität eingebaut werden. Zur Mischung des LP-Betons kam der Spezialzement OPTABLUE® der OPTERRA GmbH, Werk Karsdorf, zum Einsatz. Seine besondere, abgestimmte Zusammensetzung von Portlandzementklinker und Hüttensand ermöglicht eine gute Frühfestigkeit bei gleichzeitig niedriger Hydratationswärmeentwicklung (LH=LowHeat). Da zudem eine wesentliche Quote des Klinkeranteils bei OPTABLUE® durch hochwertigen Hüttensand ersetzt wird, bewirkt der Spezialzement durch eine gute Nacherhärtung zugleich eine hohe Dichtigkeit und Dauerhaftigkeit des erhärteten Betons.

Im Frühjahr 2017 wurde das erste Schlauchwehr im Spreewald komplett an den Wasser- und Bodenverband „Oberland Calau“ zum Betrieb übergeben. „Die während des laufenden Betriebes gesammelten Erfahrungen und Daten sollen für den möglichen Bau weiterer Schlauchwehre ausgewertet werden. Vermutlich wird es nicht das letzte Schlauchwehr sein, das im Biosphärenreservat Spreewald erbaut wird“, resümiert Ingolf Burisch.

Weitere Informationen

Auftraggeber: 

Wasser- und Bodenverband „Oberland Calau“ in Vetschau

Konzept und Planung:

Planungsgemeinschaft Tief- und Wasserbau GmbH Dresden 


Bauausführung:

Gruppe Wasser- und Spezialtiefbau der Strabag AG Lübben

Beton: 

Kann Beton Lausitz GmbH

Betonsorte: 

C30/37 XF3 als LP-Beton

Zement:

OPTERRA Zement GmbH, Werk Karsdorf

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