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OPTERRA_Forum_2_2016

OPTERRA AKTIV der Genossenschaft. „Das erste Projekt war 2012 eine Statue aus Metall. ‚Der freundliche Mann‘ des Berliner Künstlers Klaus Büsen begrüßt die Anwohner und Besucher im LuWinkel, einer Wohnanlage in der halleschen Innenstadt.“ Als 2014 der Spatenstich für den Neubau des WINOVA Servicewohnens am Heiderand erfolgte, schrieb das Un- ternehmen ein weiteres Kunstprojekt aus. Für die insgesamt 71 seniorenge- rechten Wohnungen unterschiedlicher Größen galt es, ein verbindendes Ensemble zu schaffen. Unmittelbar vor und neben der großen Begegnungs- stätte mit überdachter Terrasse sollte es für Bewohner, Anwohner und Pas- santen gut sichtbar sein. An der Ausschreibung im Herbst 2015 nahmen 14 Künstler unterschied- licher Kunstrichtungen aus ganz Deutschland teil. „Aus ihnen hat unsere interne Jury die drei besten ermittelt und eingeladen“, so Siegfried Staven- hagen. „Am Ende hat Elisabeth Howey mit ihrem Konzept der vier Stadt- musikanten und den vorgestellten Skulpturen“ überzeugt. Im Alter nicht allein sein, sich wohl fühlen und in der Gesellschaft zusammenfinden. Das ist es, was die Nutzer der Anlage und die „Stadtmusikanten“ in den Augen der in Leipzig lebenden Bildhauerin verbindet. Jörg Koßmann, Prokurist der Wohnungsgenossenschaft, war vor allem gespannt, wie die Künstlerin die Figuren mit dem Werkstoff Beton umsetzen würde. „Wir konnten uns nicht so recht vorstellen, wie das Ma- terial natürlich und gemütlich anmuten sollte“, bekennt er. Doch Elisabeth Howey gestaltete nicht das erste Mal mit Zement und Beton. Wie bei den vier Projekten zu- vor, arbeitete sie mit der Biber-Beton GmbH & Co.KG in Karsdorf zusam- men. Das Unternehmen zeigt immer wieder den Mut, auch ungewöhnliche Anfertigungen zu meistern. Erneut kam der Zement OPTACOLOR® aus dem OPTERRA Werk Karsdorf für den Beton zum Einsatz, aus dem die fast weißen Tiere gegossen sind. Der hohe Helligkeitsgrad von OPTACOLOR® ermöglicht die Herstellung ästhetischer und farbintensiver Sichtbetone. Speziell für die Skulpturengruppe der Stadt- musikanten schätzt Elisabeth Howey die guten rheologischen Eigenschaften: „Ich wollte eine frische und lebendige Oberfläche herstellen, deren Farbe ein Licht-Schattenspiel zeigt. Die Figuren sollen zum Anfassen und Erkunden einladen“. Eine Maßgabe der Woh- nungsgenossenschaft bestand weiter- hin darin, das Kunstwerk witterungs- beständig und auf Jahre wartungsfrei auszuführen, was durch die zusätzliche Hydrophobierung der Oberflächen sichergestellt wurde. Als die Stadtmusikanten im Frühjahr dieses Jahres ihren „Liegeplatz“ vor der Terrasse der Wohnanlage erreich- ten, lag ein arbeitsreiches Jahr hinter der Künstlerin und ihren Helfern. Vom Modellieren der Figuren in Original- größe über das Abformen mit Gips, das Ausschalen bis hin zum Transport und Aufstellen — jeder Teilschritt war auf seine Weise besonders. Katze und Hahn, mit jeweils etwa 40 und 70 kg die „Leichtgewichte“ unter den Figuren, durften nicht zu niedlich werden. Als technisch am anspruchsvollsten erwies sich der Esel. Das tonnenschwere Tier brachte in allen Entstehungsphasen sowohl die Bildhauerin als auch das Team gehörig ins Schwitzen. Allein am Herausschla- gen aus der Gipsform wirkten drei Leute mit. Nachdem die Hürde des Transports zum Bestimmungsort erfolgreich ge- nommen war, zeigten sich die Betei- ligten erleichtert. „Es ist Kunst mitten im Leben“, so Elisabeth Howey. Denn optisch befinden sich die ohne Plinthe aufgestellten Figuren auf Ebene der Betrachter. Esel und Hund scheinen direkt im Gras zu liegen. Auch die Katze ruht auf einem vorhandenen Element der Freiflächenplanung. Bei der Aufstellung der einzelnen Figuren waren die Auftraggeber natürlich ebenfalls anwesend. „Man möchte sie immer wieder berühren, so natürlich wirken sie“, freut sich Siegfried Staven- hagen. Schrittweise nehmen nun die neuen Bewohner der Wohnanlage die Stadtmusikanten in Besitz. Wenn am 31. August die offizielle Einweihungs- feier für die Wohnanlage und das Kunstwerk stattfindet und Elisabeth Howey ihre Geschichte der Stadtmusi- kanten erzählt, werden sich Bewohner und Gäste an das gute Ende des Märchens erinnert fühlen. 2 - 2016 | OPTERRA FORUM | 15

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