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OPTERRA_Forum_2_3_15

2/3– 2015 | OPTERRA FORUM | 21 Sind Grenzzustandsbetrachtungen nach fib-Model code Service Life Design geeignet, um Dauerhaftigkeitsklassen in EN 206 zu definieren? Die SLD-Berechnungen zielen bisher üblicherweise auf den Grenzzustand „Depassivierung der Bewehrung“. Ob und in welchem Maße hieraus eine Schädigung des Bauteils folgt, die die Gebrauchstauglichkeit in Frage stellt, ist bisher in die Betrachtungen nicht eingeflossen. Dies dürfte ein Grund dafür sein, dass die Ergebnisse der Grenzzustands- betrachtungen in Teilen in einem gewissen Widerspruch zu den Regeln der DIN 1045-2 stehen. Eine Anpassung der deskriptiven Regeln entsprechend den Ergebnissen des SLD könnte ggf. die Anwendung neuer Zemente (z. B. CEM II/C) erleichtern. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass der Vergleich der technischen Anforderungen zu anderen Baustoffen (besonders im Innenbereich) notwendig ist, um keine unnötig hohen Anforderungen an den Beton zu stel- len und damit einer Verdrängung z. B. aus dem Innenbereich entgegenzuwirken. Hieraus erwächst die Frage, ob die Er- gebnisse der Grenzzustandsbetrachtungen die (alleinige) Basis für die Definition von Dauerhaftigkeitsklassen sein können. Bezüglich des letztgenannten Punkts kann auf die Schweizer Betonnorm SN EN 206-1/NE:2013 verwiesen werden. Dort werden Praxisbetone in gewissen Intervallen auf ihre Dauerhaftigkeitseigenschaften im Labor geprüft. In jedem Fall müssen sich der Bewertungshintergrund und damit die Definition der Dauerhaftigkeitsklassen auch an dem Zustand der Betonbauwerke in der Praxis orientieren. Zur Umsetzung des Konzepts müssen grundsätzlich für alle Dauerhaftigkeitseigenschaften entsprechende Prüfverfah- ren als hEN vorliegen, auf deren Grundlage eine europawei- te Datenbasis zur Leistungsfähigkeit der heute eingesetzten Betone geschaffen werden muss. Werden die Anforderungen einer Dauerhaftigkeitsklasse bei deskriptivem Ansatz durch verschiedene Kombinationen von Zement und Wasserzementwert erreicht, stellt sich die Frage, welche Parameter im Zuge des Konformitätsnach- weises herangezogen werden. Wie geht der Planer mit der Option um, eine „Kompen- sationsmöglichkeit“ zwischen Betonqualität und Betonde- ckung zu haben? Und wie kann später sichergestellt werden, dass im Bauteil Betonqualität und Betondeckung zusam- menpassen? Gibt es praktische Erfahrungen mit einem solchen Konzept in Europa, die über exponierte Einzelfälle hinausgehen? Wie beeinflussen sich die Anforderungen verschiedener Klassen (z. B. Chlorid vs. Frost-Tausalz)? Bei Definition von Dauerhaftigkeitsklassen ließe sich zukünftig eine Anbindung an ein Dauerhaftigkeitspotenzial von Zementen in der Zementnorm realisieren. Das Konzept der Dauerhaftigkeitsklassen (Leistungsklassen) wäre (ggf.) in ein Gesamtkonzept qualitätssichernder Maßnahmen ent- lang der gesamten Wertschöpfungskette einzubinden. Bauherren und Planer müssten/könnten dann ihren Erwar- tungen an das Ergebnis durch die eindeutige Definition eines Qualitätsniveaus Ausdruck verleihen. Zusammenfassung Vergleicht man die auf diesem Wege definierten Klassen und deren Verwendungsmöglichkeiten mit den Regelungen der gültigen DIN 1045-2, wird deutlich: Einige – heute gängige – Zementarten würden Zugang in eine Klasse mit hohem Carbonatisierungswiderstand voraussichtlich nur über eine Anpassung der betontechnischen Randbedin- gungen (z.B. Absenkung des w/z-Werts) erhalten. Wichtig ist, wie der Planer mit den neuen Optionen umgeht und wie später sichergestellt werden kann, dass im Bauteil Beton- qualität und Betondeckung zusammenpassen. Auf der anderen Seite ließe sich bei der Definition von Dauerhaftig- keitsklassen in der Zukunft ggf. eine Anbindung an ein Dauerhaftigkeitspotenzial von Zementen in der Zement- norm realisieren. Quelle: Information Betontechnik, VDZ e.V. Düsseldorf, www.vdz-online.de Vergleich der Anwendungsregeln für Zemente im Rahmen nationaler Anhänge zur europäischen Betonnorm EN 206-1 am Beispiel eines Betons für die Expositionsklasse XF1. Land max (w/z)eq min z in kg/m3 CEM I CEM II CEM III CEM IV CEM V S LL M A B A B A B A B A B A B Österreich 0,55 300 x x x (x) x (x) Belgien 0,55 300 x x x x x x x x x (x) Dänemark 0,55 150 (x) (x) (x) Finnland 0,60 270 x x x x x x x x Deutschland 0,60 280 x x x x O (x) (x) x x O (x) (x) (x) Irland 0,60 300 x x x Italien 0,50 320 x x x x x x x x x x x x x Niederlande 0,55 300 x x x (x) (x) (x) (x) x x (x) (x) (x) (x) Norwegen 0,60 250 x x x Großbritannien 0,60 280 x x x x x x (x) (x) x erlaubt (x) mit Einschränkungen Leere Felder: nicht erwähnt O nicht erlaubt Österreich 0,55300 x x x (x) x (x) Belgien 0,55300 x x x x x x x x x (x) Dänemark 0,55150 (x) (x) (x) Finnland 0,60270 x x x x x x x x Deutschland 0,60280 x x x x O (x) (x) x x O (x) (x) (x) Irland 0,60300 x x x Italien 0,50320 x x x x x x x x x x x x x Niederlande 0,55300 x x x (x) (x) (x) (x) x x (x) (x) (x) (x) Norwegen 0,60250 x x x Großbritannien 0,60280 x x x x x x (x) (x)

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