Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

OPTERRA_Forum_2_3_15

2/3– 2015 | OPTERRA FORUM | 13 Dafür wird ein von der Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen beauftragtes, 28 m hohes und an der Mauerkrone 199 m langes, Absperrbauwerk errichtet. In dem dadurch entstandenen »Grünen Becken« staut sich das Wasser allerdings nicht dauerhaft, sondern nur bei Hoch- wassergefahr. Dann jedoch können oberhalb des Dammes künftig rund 1,2 Millionen m3 Wasser zurückgehalten werden. Die Bauarbeiten begannen 2014 und werden in den näch- sten fünf Jahren das Pöbeltal prägen. Optimaler Standort In umfassenden Studien wurde der optimale Standort für den Damm ermittelt. Dabei spielten sowohl wasserwirt- schaftliche als auch gesamtwirtschaftliche und naturschutz- rechtliche Aspekte eine Rolle. An der engsten Stelle im Kerbsohlental des Pöbelbaches – rund 300 m südlich von Niederpöbel – wird ein Steinschüttdamm mit Asphaltbeton- kerndichtung errichtet. Das 49-Millionen-Euro-Projekt ist in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich. Vier markante Faktoren kennzeichnen dieses Hochwasserrückhaltebecken: 1. Straßenführung durch den Damm Um von Schmiedeberg ins Pöbelbachtal und in die südlich gelegenen Ortschaften zu gelangen, fährt man über die Staatsstraße S 183. Aufgrund der intensiven Nutzung und unverhältnismäßig langen Umleitungsstrecken verbleibt die S 183 im Tal und damit erstmals in Deutschland im Stauraum eines großen Hochwasserrückhaltebeckens. Eine dauerhafte Umleitung der Staatsstraße hätte neben einer deutlich längeren Wegstrecke auch aus Naturschutzgründen nicht realisiert werden können. Es musste ein Straßendurchlass her, der im Hochwasserfall verschlossen werden muss. 2. Historischer „Baugrund“ Dort, wo in Zukunft der Damm stehen soll, suchten vor rund 600 Jahren Bergleute nach Erz. Die vorhandenen Schächte und Stollen lassen sich bis auf das 13. Jahrhundert zurück- führen. Deshalb waren zum einen umfassende Verwahr­ arbeiten zum Altbergbau notwendig, zum anderen wurden die Tiefbautätigkeiten archäologisch begleitet. Dadurch konnten bedeutsame Funde entsprechend gesichtet, ge­- sichert und dokumentiert werden. 3. Naturschutzfachlich hochwertiges Baugebiet Sowohl der Damm als auch das Rückhaltebecken befinden sich in einem Gebiet mit ökologisch sehr wertvollen Struk- turen, die es vor Beeinträchtigungen zu schützen gilt. Der Pöbelbach selbst und auch die FFH (Fauna-Flora- Habitat)-Lebensräume der großflächigen und struktur- reichen Wiesengebiete gelten als zu schützende Bereiche. Hinzu kommen fein gegliederte Waldbiotopgefüge an den Talhängen, die über seltene Weißtannenbestände verfügen. Bereits vor Beginn der eigentlichen Bauarbeiten wurde ein im Zuge der Altbergbauverwahrung erkundeter alter Stollen weiter aufgefahren und wegen seiner gutachterlich beschei- nigten Eignung als Fledermausquartier ausgebaut. Damit wurden die Auflagen des Planfeststellungsbeschlusses zur Schaffung eines Winterquartieres für Fledermäuse umge- setzt. Der ausgebaute Stollen befindet sich oberhalb der künftigen Dammkrone. Hier können sich in Zukunft Mops­ fledermaus, Großes Mausohr, Fransenfledermaus und weitere Arten ansiedeln. 4. Hohe Komplexität und Größe des Gesamtvorhabens Komplexität, Besonderheiten und der große Umfang der Baumaßnahme erforderten eine umfassende Planung. Bereits 2005 begannen die Planungen für das Hochwasser- rückhaltebecken. Das Planfeststellungsverfahren dauerte von 2007 bis 2011. Ihm folgte eine nochmals mehrjährige Ausführungsvorbereitung und Ausschreibung der einzel- nen bauvorbereitenden sowie weiteren Bauleistungen. Nachdem bereits seit 2011 bauvorbereitende Arbeiten im Vorhabengebiet ausgeführt wurden – Holzung, Altbergbau- verwahrung, Anlegen von Baustraßen sowie Probespreng-, Schütt- und Einbauversuche – begannen im Juni 2014 die Bauarbeiten für das Hauptbaulos. Auch wenn der Hochwas- serrückhaltedamm an der engsten Stelle des Tales angelegt wird, sind seine Dimensionen beeindruckend. So beträgt die Talbreite in der Dammachse 49 m, an der Dammkrone 199 m. An seiner breitesten Stelle misst der Damm 123 m, an der Dammkrone 5 m. Das Volumen der für den Damm notwen- digen Steinschüttung beträgt rund 175.000 m3 . Da das Hochwasserrückhaltebecken als Trockenbecken gebaut wird, fließt nicht nur der Verkehr durch den Damm, sondern auch der Pöbelbach. Damit bleibt der Charakter des Baches weitgehend erhalten. Der Bachdurchlass wurde so konzipiert, dass er ökologisch durchgängig ist. Man be- zeichnet ihn als Ökodurchlass. Sowohl Straßen- als auch Ökodurchlass werden im Hochwasserfall durch redundante Schütztafeln verschlossen. Zurzeit sind die Bauarbeiten am Durchlassbauwerk für den Straßendurchlass und den Ökodurchlass im Gange. Der 65 m lange Bau wird von der Bernburger Jaeger Spe- zial- und Tiefbau GmbH erstellt. Neben den vorgenannten Durchlässen verlegte man auch die zwei Rohre DN 1200 OPTERRA AKTIV >>

Seitenübersicht