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Dialog_3_2015

DIALOG | NOVEMBER 2015 | 5 Ressourcen- schonung durch Ersatzrohstoffe ERSATZROHSTOFFE SIND NEBENPRODUKTE ODER ABFALLMATERIALEN, DIE IN ANDEREN INDUSTRIEZWEIGEN ANFALLEN. SIE DIENEN ALS ERSATZ FÜR ÜBLICHERWEISE GENUTZTE NATÜRLICHE ROHSTOFFE. Der Einsatz von Ersatzrohstoffen ist Teil der politischen Strategie zur Schließung von Stoffkreisläufen wie der Wieder- bzw. der Weiterverwertung. Auch im Koalitions­ vertrag der Baden-Württembergischen Landesregierung zwischen den Parteien DIE GRÜNEN und der SPD sind die Themen Kreislaufwirtschaft, Schließung von Stoffkreisläufen und Ressourceneffizienz verankert. „Die Ressourceneffi- zienz betrachtet, mit wie viel Tonnen Rohmaterial man eine Tonne Produkt erzeugen kann“, so Tino Villano, Leiter Umwelt, Genehmigung und Öffentlichkeit. Für unsere ressourcenintensive Branche ergab eine Prüfung, dass sowohl Ausgangsstoffe wie Kalkstein als auch Zumahl- und Korrekturstoffe wie Sand, Gips und Eisenoxid teil- weise gegen Ersatzrohstoffe ausgetauscht werden können. Hierzu finden mit Zustimmung durch das Regierungs- präsidium Karlsruhe bereits verschiedene Versuche statt. Beispielsweise wird Natursand durch Asche mit einem hohen Siliziumanteil aus der Papierindustrie ersetzt. Die Asche entsteht durch Verbrennung von Papierschlämmen, deren Papierfasern durch mehrmaliges Recycling zu kurz sind, um sie erneut zu Papier zu verarbeiten. „Unser mittel- fristiges Ziel ist der Einsatz ausgesuchter Ersatzrohstoffe, um natürliche Rohstoffquellen zu schonen, Kreisläufe zu schließen sowie Kosten und Aufwand zu senken“, erläutert Werkleiter Stephan Schenk die Planungen für Wössingen. NOx- Minimierung NEUER GRENZWERT AB 2017 Ab dem 1. Januar 2017 ändert sich erneut der Grenzwert für die Emission von Stickoxiden. Dann muss ein Grenzwert von 200 mg/Nm2 eingehalten werden. Aktuell liegt dieser bei 320 mg/Nm2 . Bereits in den vergangenen fünf Jahren wurde der Grenzwert von 500 mg/Nm2 schrittweise herab- gesetzt. „Es gibt verschiedene Strategien und Techniken, um den neuen Grenzwert zu erreichen“, so Tino Villano, Leiter Umwelt, Genehmigung und Öffentlichkeit. Im Werk Wössingen liegt der Fokus auf der Optimierung der beste- henden Anlage. Mit der vorhandenen, im Rahmen der Mo- dernisierung in 2009 umgebauten, SNCR-Anlage wurden verschiedene Versuche gefahren, um den neuen Grenzwert einzuhalten. Dies gelang auch an mehreren Tagen in Folge, allerdings mit einem deutlich erhöhten Harnstoffverbrauch. „Ziel ist es daher, den Verbrauch an Harnstofflösung zu reduzieren oder andere Reagenzien einzusetzen“, erläutert Roland Melerski, Leiter Prozesstechnik. Solche anderen Reagenzien könnten beispielsweise Ammoniaklösungen sein, die bei einer geringeren Dosierung die gleiche Wirkung zeigen. Die Ergebnisse der bisherigen Versuche mit Ammoniaklösungen gehen derzeit in die richtige Richtung. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir unser Ziel zum 1. Januar 2017 erreichen werden“, bekräftigt Werkleiter Stephan Schenk die Bemühungen.

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