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Dialog 1_2016

DIALOG | JANUAR 2016 | 5 WERK UND UMWELT DIALOG | JANUAR 2016 | 5 WERK UND UMWELT 2013 wurden erstmals die Grenzwerte im Zusammenhang mit der Novellierung der 17. Bundesimmissionsschutzver- ordnung (17. BImSchV) im damaligen laufenden Genehmigungsverfahren the- matisiert. „Bis Mitte 2014 lagen deshalb noch keine Messergebnisse aus einer kontinuierlichen Messung am Kamin vor“, so Umweltleiter Tino Villano. Im Rahmen der Genehmigung zum Einsatz von 100 Prozent Ersatzbrennstoffen legte man die Grenzwerte für CO auf 50 mg/Nm3 und für TOC auf 10 mg/Nm3 im Tagesmittel fest. Wohlwissend, dass diese Werte mit hoher Wahrscheinlich- keit nicht zu erreichen und damit neu festzusetzen sind. Seit 2014 werden am Standort Wös- singen die Parameter CO und TOC kontinuierlich gemessen. Im Tagesmittel kann es bei CO zu Spitzen von bis zu 1.000 mg/Nm3 kommen, bei einer Jahresdurchschnittsemission von etwa 700 mg/Nm3 . Bei TOC wurden Spitzen bis zu 20 mg/Nm3 gemessen, bei einer Jahresdurchschnittsemission von etwa 15 mg/Nm3 . Eine Neufestsetzung der Grenzwerte ist gesetzlich durch die zuständige Be- hörde gemäß 17. BImSchV, Anhang 3 Nr. 2.1.2. und 2.4 möglich. Dazu müssen die Emissionen nachweislich nicht aus DAS GENEHMIGUNGSVERFAHREN IST NUN IN DIE LETZTE PHASE EINGETRETEN. WIE ANGEKÜNDIGT, FAND AM 22. DEZEMBER 2015 EIN ERÖRTERUNGSTERMIN ZU DEN EINWENDUNGEN STATT. MODERIERT WURDE DIE VERANSTALTUNG VON MATTHIAS SCHÜLLER, REFERATSLEITER IM REGIERUNGSPRÄSIDIUM. Genehmigungsverfahren zu Kohlen- stoffmonoxid (CO) und Gesamt- kohlenstoff (TOC) und Erörterungstermin der Verbrennung stammen, sondern rohstoffbedingt auftreten. Im Falle des Zementwerkes Wössingen zum Beispiel durch Ausgasung beim Auf- mahlen von Kalkstein und Mergel in der Rohmühle. In den Rohstoffen Kalk- stein und Mergel, wie sie im Wössinger Steinbruch abgebaut werden, sind Einschlüsse von Kohlenstoff enthalten. Er stammt aus der Ablagerung orga- nischer Stoffe wie Lebewesen und Pflanzen, aus denen über Jahrmillionen Kalkstein und Mergel entstanden sind. Unter Gesamtkohlenstoff wird der gesamte anfallende organische Kohlen- stoff zusammengefasst. Etwa 40 – 60 % verflüchtigen sich als Methan durch den Schornstein. Ein weiterer Teil oxidiert zu CO2 . Ein kleiner Teil beinhaltet Dio- xine und Furane sowie Benzo(a)pyren. Sie entstehen in der Gasphase und werden regelmäßig gemessen. Bereits in der Vorbelastungsmessung 2012 wurden sowohl in Dürrenbüchig als auch in Wössingen über neun Monate die Anteile von Dioxinen, Furanen sowie Benzo(a)pyren in der Umgebungsluft gemessen. Alle Messergebnisse liegen weit unterhalb der Grenzwerte. Zudem ist kein Zusammenhang mit der Produktion im Zementwerk oder dem Einsatz von Ersatzbrennstoffen nachweisbar. So ergaben Referenz- messungen von Kohlenmonoxid an einer stark befahrenen Straße durch das Landesnetz Baden-Württemberg ähnliche Werte, die ebenfalls deutlich unterhalb des Grenzwertes lagen. Die Grenzwerte für die Immissionen in die Umgebungsluft werden größtenteils in der 32. BImSchV geregelt. Eine gesundheitliche Gefährdung auf Grund- lage der Messergebnisse kann daher ausgeschlossen werden. Dabei ist auch unerheblich, ob die Grenzwerte durch eine 60-prozentige oder 100-pro- zentige Ersatzbrennstoffrate erreicht werden. Eine Immissionsprognose- rechnung durch den TÜV Süd ergab, dass sich mit einer Neufestsetzung die reale Gesundheitsgefährdung nicht ändern wird. „Mit einer Neufestsetzung werden die tatsächlichen Emissionen ja nicht erhöht. Vielmehr wird der Sta- tus des derzeit technisch Machbaren legitimiert“ erläutert Stephan Schenk, Werkleiter am Standort Wössingen.

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