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Dialog_1_2015

6 | DIALOG | MÄRZ 2015 WERK & UMWELT Wenn es darum geht, Unternehmen in ihrer Betriebsorganisation zu unterstützen, ist oft von Managementsystemen die Rede. Ihr Ziel ist es, die Risiken von Verletzungen von Unternehmerpflichten sowie Kunden- reklamationen zu minimieren. Dies funktioniert nur, wenn aus Visionen und Pflichten klare Maßnahmen abgeleitet und dokumentiert werden. Den Rahmen dafür bilden die Unternehmenspolitiken. So zum Beispiel eine Umweltpolitik oder eine Qualitätspolitik. Anhand der Politiken werden die Pflichten des Unternehmens ermittelt und daraus Arbeitsanweisungen formuliert. Sie beschreiben klar und eindeutig die Tätigkeit. Bestandteil einer solchen Arbeitsanweisung ist neben der Auflistung der verantwortlichen Personen auch die Art der Dokumentation der Tätig- VIER SYSTEME – EINE STRUKTUR Seit 2012 unterliegen einige Bereiche der Industrie neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen. So fordert der Gesetz- geber für bestimmte Unternehmen als zusätzliche Bedingung die Einführung eines Energie-Managementsystems (EnMS). Nur dann können sie Erleichterungen im Bereich der Strom- steuer und der Umlagezahlung zur Finanzierung der erneuer- baren Energien („EEG-Umlage“) in Anspruch nehmen. Wer demnach wie die Zementindustrie für seine Produktion beson- ders viel Energie benötigt und aufgrund der hohen Verbrauchsmenge dafür Erleichterungen bei der Zahlung von Steuern und Abgaben in Anspruch nehmen darf, muss als Gegenleistung auch zeigen, dass er mit der eingesetzten Energie besonders sorgfältig umgeht. Darunter ist einerseits ein effizienter Energieeinsatz zu verstehen, andererseits muss der Verbrauch durch Einsparmaßnahmen gesenkt werden. Durch ihren hohen Energiekostenanteil an den Gesamtkosten des Unternehmens sind die Industrien mit großem Energiebedarf schon seit vielen Jahren darauf angewiesen, Energie möglichst effizient einzusetzen. Neu bei der Verpflichtung zur Führung eines EnMS war aber, die Maßnahmen zur Energieeinsparung nach DIN EN ISO 50001 zu dokumentieren. Nun wird ein Managementsystem nicht einmal eingeführt und ist dann fertig. Es ist ein Prozess, in dem immer wieder hinterfragt wird, ob die durch das Unternehmen getroffenen Regelungen und Maßnahmen tatsächlich zu einer Optimierung des Energieeinsatzes führen. „Diese Frage versuchen wir durch regelmäßige interne Über- prüfungen und Audits selbst zu beantworten. Werden im Rahmen dieser eigenen Überprüfungen Schwachstellen im System entdeckt, so sollen diese durch Änderung der Prozesse beseitigt werden“, erläutert Stefan Woywadt, Energiemanager bei Lafarge Deutschland. Ob das jeweilige Managementsystem mit der Norm übereinstimmt und die eigene Überwachung des Systems auch tatsächlich funk- tioniert, wird im Auftrag der Zertifizierungsgesellschaft regelmäßig durch externe Auditoren geprüft. Im November 2014 war es soweit. Drei Jahre nach der Erst- prüfung auf Konsistenz mit der Norm („Zertifizierungsaudit“) fand eine tiefergehende Überprüfung des EnMS statt. Im Rahmen des sogenannten Rezertifizierungsaudits haben alle drei Werksstandorte gezeigt, dass die befragten Mitarbeiter über die Grundlagen des EnMS informiert sind und den sparsamen und effektiven Umgang mit den eingesetzten Energieträgern beherrschen. Auch dem Wössinger Werk bestätigt das Zertifikat die Führung eines Energie- Managementsystems nach DIN EN ISO 50001. Es ist für weitere drei Jahre gültig. keit. Ein externer Auditor prüft jährlich die Systeme in ihrer praktischen Nutzung. Nach drei Jahren erfolgt eine neue Zertifizierung. Derzeit gibt es in den deutschen Werken von Lafarge drei parallel installierte Manage- mentsysteme. Dazu gehören ein Qualitäts- managementsystem nach DIN ISO 9001 sowie ein Arbeitssicherheitssystem „Sicher mit System“. Dieses wird von der Berufs- genossenschaft zertifiziert und orientiert sich an den britischen Standards OSHAS 18001. Im Jahre 2011 kam als drittes System ein Energiemanagementsystem nach DIN ISO 50001 hinzu. Lesen Sie dazu auch im nebenstehenden Beitrag! Aktuell wird daran gearbeitet, ein Umweltmanagementsystem nach DIN ISO 14001 einzuführen. Die dann insgesamt vier Managementsysteme sollen im näch- sten Schritt zu einem integrierten System zusammengefasst werden. Umweltleiter Tino Villano, der die Integration steuert, ist überzeugt: „So lassen sich Synergien nutzen und Doppelungen vermeiden. Ein weiterer Vorteil der Integration ist die Reduzierung des Pflegeaufwandes für die Dokumente sowie eine Senkung der Kosten für Zerti- fizierung und Auditierung“. Das Projekt „Integriertes Managementsystem“ befindet sich in der Planungsphase und soll 2016 abgeschlossen sein. MIT ALLER ENERGIE WERK WÖSSINGEN ERFOLGREICH REZERTIFIZIERT

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