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Dialog_1_2015

DIALOG | MÄRZ 2015 | 3 DIE WINTERREPARATUR DAS GROSSE KRABBELN IM ZEMENTWERK BEREITS IM SOMMER DES LETZTEN JAHRES STAND FEST: DIE JÄHRLICHE WINTERREPARATUR IM WERK WIRD 2015 FÜNF WOCHEN DAUERN. SEIT DEM 31. JANUAR SIND INSGESAMT 170 FACHKRÄFTE AUS 37 FREMDFIRMEN IM EINSATZ, UM DIE KOLLEGEN AUS DEM WERK BEI DEN UMFANGREICHEN ARBEITEN ZU UNTERSTÜTZEN. Im Mittelpunkt des regen Treibens steht in diesem Jahr zwei- fellos die Errichtung und Einbindung des neuen Braunkohle- staubsilos. Mit einem Durchmesser von vier Metern und einer Höhe von etwa 26 Metern hat es ein Fassungsvermögen von nahezu 300 Kubikmetern. Es wird auf einem neuen Fundament stehen, das bereits im Dezember errichtet wurde (mehr dazu auf S. 4). Nach Abschluss der Reparatur- und Wartungsarbeiten an der Ofenlinie 3 soll die neue Braun- kohlestaubanlage ihren Betrieb aufnehmen. Ein weiteres Investitionsschwergewicht der Reparatur- phase ist die Ertüchtigung des Fluff-Becherwerks, über welches der Ersatzbrennstoff Fluff zur Brennstelle des Vorwärmers transportiert wird. Die Maßnahme umfasst die Erneuerung der Antriebs- und Umlenkstation, des Stahl- seilgurtes und die Modifikation der Becher. Bis auf Antriebs- motor und Schlot werden also am Becherwerk nahezu alle Komponenten erneuert. Die Wartung und Reparatur der Ersatzbrennstoffanlagen ist ebenso fester Bestandteil des Arbeitsplans wie die Inspektion der Schornsteine am Vorwärmerturm und an der Klinkerkühlerabluft. Mit Spannung verfolgen alle Akteure auch die Stromabschaltung des kompletten Werkes zur Wartung der 20 kV Schaltanlage. Dabei erfolgt die Versor- gung für einen ganzen Tag lediglich über drei Notstromag- gregate. Wenn dann nach dem Einschalten wieder alle Anlagen reibungslos arbeiten, ist Entspannung bei den Arbeitern spürbar. Am 7. März schließlich ist das Zementwerk fit für den Start in die neue Bausaison. Herr Leth, was fasziniert Sie an der Zementherstellung? Zum einen ist es der hochtechnologische Herstellungsprozess, der bei Temperaturen bis 1.500 °C aus Kalkstein Zementklinker werden lässt. Beeindruckend für mich sind andererseits die großen Mahlanlagen, mit denen wir täglich bis zu 3.500 Tonnen Zement herstellen. Sie führen mit 35 Mitarbeitern eine große Abteilung. Das ist eine hohe Verantwortung. Worin liegen hier die größten Heraus- forderungen? In der Produktionsabteilung arbeiten ausgezeichnet ausgebildete Mitarbeiter, die unsere Produktionsprozesse auch unter schwierigen Rahmenbedingungen jederzeit zuverlässig steuern und kontrol- lieren. Natürlich hat aber jeder meiner Mitarbeiter seine ganz persönlichen Bedürfnisse und Erwartungen an seine Arbeit und seinen Arbeitsplatz. Hier das Beste für die gesamte Mannschaft herauszuholen und zugleich die höchstmögliche technische Leistung zu sichern, gehört zweifellos zu den größten Heraus- forderungen meiner täglichen Arbeit. Wie viele Zementsorten produziert das Zementwerk eigentlich und wodurch unterscheiden sie sich? In unserem Werk hier in Wössingen produzieren wir acht Zement- sorten. Im Wesentlichen unterscheiden sie sich durch ihren Anteil an Portlandzementklinker, die verschiedenen Zumahlstoffen sowie ihre Mahlfeinheit. Die Mahlfeinheit ist eine wesentliche Eigenschaft, die die Leistungsfähigkeit eines Zements bestimmt. Je feiner ein Zement aufgemahlen wird, desto höhere Druckfestig- keiten lassen sich erreichen. Je höher die Druckfestigkeit eines Zementes ist, umso anspruchsvollere Bauwerke lassen sich damit gestalten. Eine hohe Mahlfeinheit lässt sich jedoch nur mit einem entsprechend höheren Energieaufwand erzielen. Das wiederum ist mit höheren Kosten verbunden. Es ist für uns also von ganz entscheidender Bedeutung, die bestmögliche Leistungsfähigkeit bei optimaler Mahlfeinheit zu erreichen. Eine enge Zusammen- arbeit der Produktionsmannschaft mit unseren Spezialisten in der Anwendungsberatung und der Qualitätsabteilung ist dafür unerlässlich. Was haben Sie aus Ihren verschiedenen Aufenthalten am meisten mitgenommen? Dass es letztendlich immer die Menschen sind, die ein Werk erfolg- reich machen oder auch nicht. Es ist ganz egal, ob dieses Werk in Frankreich, Deutschland, Österreich, Tschechien oder anderswo steht. Wenn die menschliche Komponente nicht stimmt, bleibt der Erfolg aus. Wo liegen aus Ihrer Sicht die Stärken des Werkes Wössingen? Das Werk gehört zu den modernsten Zementwerken Europas. Es ist sehr gut für die Zukunft gerüstet. Gerade im Emissionsbe- reich nimmt Wössingen eine Vorreiterrolle innerhalb der deutschen Zementindustrie ein. Eine weitere, bemerkenswerte Stärke ist der Zusammenhalt und die hohe Identifikation der Mitarbeiter mit „ihrem“ Werk. Aus diesem Bewusstsein schöpfen wir alle auch immer wieder neue Kraft, um notwendige Veränderungen voran- zutreiben und das Werk immer besser zu machen.

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