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OPTERRA_Forum_2_2016

OPTERRA A CRH COMPANY Der 57 km lange Gotthard-Basistunnel besteht aus zwei richtungsgetrennten Einspurröhren. Er verbindet das Nordportal in Erstfeld im Kanton Uri mit dem Südportal in Bodio im Kanton Tessin. Zählt man alle Verbindungs- und Zugangsstollen sowie Schächte hinzu, misst das gesamte Tunnelsystem über 152 km. Bewegte Entstehungsgeschichte 1989 sprach sich der Bundesrat für die «Netzvariante» aus: eine Kombination von Alpentransversalen durch Gotthard und Lötschberg. 1992 bildete die Annahme der Vorlagen zu den Neuen Eisenbahn-Alpentransversalen (NEAT) mit 64 % Zustimmung die Planungsgrundlage für die Projekte am Gotthard und am Lötschberg. 1998 stimmte das Volk der etappierten NEAT zu. Mit der Annahme der Leistungsab- hängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) und der Vorlage zur Modernisierung der Bahn (FinöV) gab die Schweizer Bevölkerung grünes Licht für den Bau der NEAT. Die Aus- schreibungsverfahren für die Bauarbeiten an den Tunnel- abschnitten konnten beginnen. 100 Jahre Nutzungsdauer Die Bauherrschaft, vertreten durch die AlpTransit Gotthard AG fordert eine 100-jährige Nutzungsdauer ohne wesent- lichen Unterhalt am Beton. Aus diesem Grund wurde erst- mals in der Schweiz ein Präqualifikationsverfahren fest- gelegt, an dem sich die Anbieter über drei Stufen für die Zulassung von Betonsystemen qualifizieren konnten. Zu diesem Zweck mussten sie sich zu sogenannten Anbieter- teams zusammenschließen, bestehend aus Zement- und Betonzusatzmittelhersteller. Das war betontechnologisches Neuland. Die Betonmischungen mussten mit Tunnelaus- bruchmaterial hergestellt werden, hohen Temperaturen trotzen und sulfatbeständig sein sowie lange Transport- wege vom Mischwerk zum Einbauort ohne Qualitätsein- buße überstehen. Eine bis dahin weltweit einzigartige Kombination. Mit dem Prüfungssystem wollte die Bauherrschaft sicher- stellen, dass möglichst nur Technologien und Mischungen eingesetzt werden, deren Eignung nachgewiesen ist. TEILABSCHNITT AMSTEG & ERSTFELD Das Angebot der AGN, ARGE Gotthard Nord (STRABAG), basierte für die Teilabschnitte Amsteg (Länge 11,35 km) und den Teilabschnitt Erstfeld (7,8 km) auf den Betonsystemen des Anbieterteams jura cement / BASF. AUSBAU Der Standardausbau im Querschnitt des Tunnelgewölbes umfasste nach Ausbruch eine etwa 15 cm starke, mit Bewehrungsnetzen stabilisierte, Spritzbetonschicht. Bei druckhaften Gebirgszonen wurde zusätzlich ein spezielles TH-Stahlprofil im Spritzbetonquerschnitt eingelegt. Auf die Spritzbetonschicht folgte eine Abdichtung (Kunststoff) und abschließend die Innenschale aus Ortbeton in einer Stärke von 25 bis 30 cm. BETONPRODUKTION Damit der Beton für den Bau der beiden Teilabschnitte Amsteg und Erstfeld in den geforderten Mengen und Qualitäten produziert werden konnte, wurde dieser vor Ort auf den Installationsplätzen in Amsteg und Erstfeld mit leistungsfähigen Betonanlagen hergestellt. Die Produktion umfasste im Wesentlichen folgende Teilprozesse: • Bereitstellung der Zuschlagstoffe, des Zementes und der Zusatzmittel: Das Ausbruchmaterial wurde in einem Kieswerk auf dem Installationsplatz in Amsteg in die ge- wünschten Fraktionen aufgearbeitet. Für das Teillos Erstfeld wurde das Ausbruchmaterial erst per Bahn nach Amsteg transportiert, dort aufbereitet und dann in den gewünschten Fraktionen wieder per Bahn nach Erstfeld zur Betonanlage auf dem Installationsplatz verfrachtet. Auf beiden Installa- tionsplätzen wurden die Zuschlagstoffe mittels Transport- gerät dem Mischwerk zugeführt. Die Zementversorgung der beiden Baustellen geschah mit Bahnwagen der jura cement ab Zementwerk Wildegg. Eine moderne Umblasanlage (Leistung 50 Tonnen pro Stunde) sorgte für die Beschickung der jeweils sechs Zementsilos mit einer Lagerkapazität von insgesamt 500 Tonnen. Erforderliche Zusatzmittel wie Fließmittel und Verzögerer wurden in speziellen Lagertanks zur Beschickung der Betonanlage bereitgehalten. • Betonherstellung auf der Betonanlage: Das moderne, automatische Mischwerk arbeitete mit zwei Mischern mit je einer Leistung von drei Kubikmetern pro Mischung. Je nach Bedarf wurde Spritz- oder Ortbeton produziert. Der Mischvorgang dauerte in der Regel zwei bis drei Minuten. Die Betonqualitäten gab der Bauherr vor. Vom Ortbeton wurden drei Hauptsorten produziert. Die Beigabe von Zusatzmitteln hing einerseits von der verlangten Qualität, andererseits von der Transportdistanz beziehungsweise der Zeit zwischen Produktion im Mischwerk und dem Einbau im Tunnel ab. • Transport des Betons / Einbau: Der Transport von der Betonanlage zur Einbaustelle in der Tunnelröhre erfolgte AMSTEG ERSTFELD Spritzbeton  ~ 75.000 m3 ~ 50.000 m3 Ortbeton ~ 650.000 m3   ~ 450.000 m3 Zement  210.000 t  145.000 t Eingesetzte Mengen 8 | OPTERRA FORUM | 2 - 2016 >>

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